
Jung Werners Abschied
aus: Der Trompeter von Säckingen
Vierzehntes Stück: Das Büchlein der Lieder
Das ist im Leben häßlich eingerichtet,
Daß bei den Rosen gleich die Dornen stehn,
Und was das arme Herz auch sehnt und dichtet,
Zum Schlusse kommt das Voneinandergehn.
In deinen Augen hab' ich einst gelesen,
Es blitzte drin von Lieb' und Glück ein Schein:
Behüt' dich Gott! es wär' zu schön gewesen,
Behüt' dich Gott, es hat nicht sollen sein!
Leid, Neid und Haß, auch ich
hab' sie empfunden,
Ein sturmgeprüfter müder Wandersmann.
Ich träumt' von Frieden dann und stillen Stunden,
Da führte mich der Weg zu dir hinan.
In deinen Armen wollt' ich ganz genesen,
Zum Danke dir mein junges Leben weihn:
Behüt' dich Gott! es wär' zu schön gewesen,
Behüt' dich Gott, es hat nicht sollen sein!
Die Wolken fliehn, der Wind saust durch
die Blätter,
Ein Regenschauer zieht durch Wald und Feld,
Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter,
Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt.
Doch wend' es sich zum Guten oder Bösen,
Du schlanke Maid, in Treuen denk' ich dein!
Behüt' dich Gott! es wär' zu schön gewesen,
Behüt' dich Gott, es hat nicht sollen sein!
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Notenblatt PDF (110 kb)
> Hörbeispiel mp3 (1,3 Mb)
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Badische Zeitung vom Samstag, 19. April 2008 |
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BAD SÄCKINGEN. Wie sich ein "Ritt
durch die Musikerhölle" anhört,
demonstrierte Dirk Amrein bei seinem unkonventionellen Konzert im Bad
Säckinger Trompeterschloss. Der
Posaunist aus Rheinfelden, bestens
erprobt in Avantgardemusik, überraschte die Besucher mit der
Uraufführung des Stücks "Trombonist
from Hell" des amerikanischen
Komponisten Merrill Clark.
Da brauchte es eine super Atemtechnik,
Kondition, Können und Risikobereitschaft,
um sich wie Amrein so fulminant in die
irrwitzig schnellen und rasant
durchlaufenden Passagen und Abgründe
dieser Partitur zu stürzen, bei der der
Interpret kaum zum Luftholen kommt.
Doch als ausgewiesener Neue-Musik-
Spezialist ist Amrein genau der Richtige für
solche wilden Parforcejagden auf seinem Instrument und für das
raffinierte Spiel mit Klangeffekten, komplexen Rhythmen und
erweitertem Klangspektrum bis hin zum Geräuschhaften.
Der Künstler Wolfgang Fröse aus Görwihl, der mit Texten, mozartschen
Briefzitaten und überleitenden Ansagen über die Komponisten und
Werke moderierte, riet den Zuhörern bei diesem teuflisch schweren"Höllenritt" : "Schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich einenOrt vor, die
ersten Geräusche erklingen, Bewegung und komplexe Aktion kommen
auf..."
Der vielseitige Multi-Instrumentalist Amrein setzte aber auch noch
andere Blechblas-Instrumente ein. Telemanns Concerto in Es-Dur blies
er auf einem originellen Instrument, das wie eine Mischung aus
Basstrompete und Waldhorn klingt — nur dass das Schallhorn nach
vorne geht. Bei Telemann konnte Amrein seine virtuose Bläsertechnik
vorführen, seinen kraftvoll-kernigen Ton, aber auch seinen schön
weichen, sanglichen Klang im Largosatz. Für Mozarts Hornkonzert Es-
Dur KV 447 wechselte der Musiker zum Bass-Flügelhorn in tief Es. Wie er
die schnellen Allegro-Sätze mit ihren signalhaften, jagdfanfarenartigen
Stellen meisterte oder das kantable Larghetto sehr kantabel gestaltete,
verriet, dass Amrein auch im klassischen Repertoire gewieft ist. Die
Begleitung bei Telemann und Mozart wurde vom Computer zugespielt —
erst mal ungewohnt, aber nach dem ersten Reinhören hatte man den
Eindruck, der Begleitpart käme "live" dazu.
Da es für Posaunisten ja keine so ergiebige Originalliteratur gibt, spielt
Amrein auch mal Bearbeitungen, wie etwa die Sarabande aus der
zweiten Cellosuite von J.S. Bach, wo die Posaune sehr geschmeidig,
beweglich und klangschön die Cellostimme übernimmt. Für Abwechslung
und Kontraste zwischen Neutönerischem und Altem war bei Amreins
Bläser-Performance allemal gesorgt. So kam zum Schluss ein
historisches Instrument aus der Sammlung des Trompetenmuseums
zum Einsatz: das älteste erhaltene und noch blasbare Alphorn der
Schweiz von 1850, gebaut aus Erlenholz. Um den "Hall von den Bergen"
nachzuahmen und die weithin dringenden Naturtöne des Alphorns
auszuschöpfen, spielte Amrein seine eigene Improvisation im
Treppenhaus bei geöffneten Saaltüren: ein toller Raumklangeffekt, und
man konnte sich vorstellen, wie früher mit den Alphörnern die
Botschaften und Signale von einem Tal ins nächste überbracht wurden.
Als Zugabe hatte Amrein noch etwas "fürs Gemüt" dabei: eine
wunderschöne Romanze von Saint-Saens. Nach diesem gelungenen
Auftakt, so Museumsleiter Johannes Brenke, soll es weitere
Bläserkonzerte geben, um "das Musikmuseum wieder mehr zum Klingen
zu bringen" .
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Donnerstag, 17. April 2008 |
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Konzert in ungewöhnlicher Besetzung
mit Dirk Amrein, Blechblasinstrumente
und Wolfgang Fröse, Moderation
Eine Veranstaltung des Trompetenmuseums Bad Säckingen
Dirk Amrein studierte in Basel, Köln und London Posaune. Als
vielseitiger Musiker und Instrumentalist setzt er in seinen
Programmen immer wieder unterschiedliche Instrumente ein, die ihm
eine große stilistische Bandbreite ermöglichen und dem Zuhörer
reizvolle klangliche Kontraste bieten.
Als Spezialist für zeitgenössische Musik arbeitete er mit den wichtigsten Komponisten
unserer Zeit wie Karlheinz Stockhausen, John Cage oder Pierre Boulez zusammen und
spielte u. a. unter den Dirigenten Claudio Abbado, Riccardo Chailly oder Sir Neville
Marriner.
Das aktuelle Programm beinhaltet Werke von Telemann, Bach, Mozart, eine freie
Improvisation auf einem Museumsinstrument und die Uraufführung des Stückes „Trombonist from Hell“ von Merrill Clark (New York).
Wolfgang Fröse liest Texte und moderiert diesen Abend.
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Badische Zeitung vom Mittwoch, 2. November 2005 |
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Von Dichtung und Wahrheit Adelheid Enderle-Jehle erforschte
das Leben des Trompeters / Neue Scheffel-Ausgabe im
Handel Von unserem Mitarbeiter Michael Gottstein BAD
SÄCKINGEN. Historiker müssen sich bemühen, die geschichtliche
Wahrheit akribisch zu erforschen, während Literaten
die Historie als Rohstoff benutzen dürfen, an dem sich
ihre Fantasie entzündet. Wie im Falle des „Trompeters
von Säckingen“ vermischen sich oft Dichtung und Wahrheit
zu einem regelrechten gordischen Knoten. Diesen trennte
Bad Säckingens Stadthistorikerin Adelheid Enderle-Jehle
am Sonntag bei ihrem gut besuchten Vortrag im Trompeterschloss
säuberlich auf. Um es vorwegzunehmen: Wahr an dem scheffelschen
Versepos ist, dass es eine Mesalliance zwischen einer
adligen Dame und einem Bürgerlichen gab, und wahr ist
auch, dass Franz Werner Kirchhofer – das reale Vorbild
des „Trompeters“ – musikalisch begabt war. Ob er allerdings
Trompete spielen konnte, ist nicht verbürgt. In den
Jahren 1850/51, als der Rechtspraktikant Joseph Viktor
von Scheffel in Säckingen lebte, lernte er den Stoff
kennen, der durch die mündliche Weitergabe bereits mehrfach
überformt worden war. In Italien formte er daraus das
Versepos, das rasch zum Bestseller avancierte. Jakob
Kirchhofer, der Großvater des „Trompeters“, kam 1580
von Laufenburg nach Säckingen und erwarb dort das Bürgerrecht.
Er war offenbar ein vermögender und gebildeter Mann,
der zwischen 1590 und 1610 das Amt des Stadtschreibers
bekleidete. Sein Enkel Franz Werner, der „Trompeter“,
wurde 1633 geboren. Er studierte ein oder zwei Semester
lang Rhetorik in Freiburg. Nach seiner Rückkehr bahnte
sich ein Liebesverhältnis zu Maria Ursula von Schönau
an. Die Adelsfamilie setzte der unstandesgemäßen Liaison
erhebliche Widerstände entgegen und versuchte mehrfach,
Franz Werner zu vertreiben. Während die Säckinger Bürgerschaft
ein Hilfsgesuch Franz Werners ablehnte, setzte erst
die vorderösterreichische Regierung den Verfolgungen
ein Ende. Im Jahre 1657 konnte das Paar schließlich
heiraten. Wo genau, ist nicht bekannt, allerdings fand
die Hochzeit weder in Wien, wie es die Legende will,
noch in Rom statt, wie es Scheffel erzählt. Trotz der
Notzeiten infolge des Dreißigjährigen Krieges und der
Pestepidemie kam Franz Werner zu ansehnlichem Wohlstand.
Er war Mitglied des Knabenchores, wurde später dessen
Dirigent und trat auch als Musiker am fürstlichen Stift
auf. Zeitweilig war er Mitglied des Großen Rates, schied
aber wegen Meinungsunterschieden aus. „Er muss eine
schillernde Persönlichkeit gewesen sein“, meinte Adelheid
Enderle-Jehle über diesen Mann, der sich immer wieder
über gesellschaftliche Zwänge hinwegsetzte. Auch wenn
viele Details seiner Biografie im Dunkeln bleiben –
„letztlich ist nur wichtig, dass sich der Trompeter
von Säckingen im Bewusstsein von Ihnen allen verankert“,
sagte die Historikerin. Dazu trägt der neue Prachtband
bei, den Franz Xaver Schmerbeck herausgegeben hat. Als
Vorbild diente ihm die mit Ornamenten und Holzschnitten
reich geschmückte Ausgabe des Jahres 1873. Daraus übernahm
er die Texte und die üppigen Verzierungen. Auch die
neue Ausgabe ist in Leder mit Goldprägung gebunden.
Zusätzlich eingefügt hat Franz Xaver Schmerbeck die
Verse Scheffels anlässlich der diversen Neuauflagen
seines Werkes – bis 1907 waren 370000 Exemplare gedruckt.
Außerdem nahm er Scheffels „Büchlein der Lieder“ auf
und ergänzte die Ausgabe durch Fotos von denjenigen
Plätzen in Bad Säckingen, die mit dem Dichter in Verbindung
stehen. Die Ausgabe erschien in einer Auflage von 1000
Exemplaren und ist im Buchhandel für 35 Euro erhältlich. |
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Badische Zeitung vom Mittwoch, 2. November 2005 |
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Louis-Armstrong-Signatur fürs Museum Annemarie Holub
schenkte dem Museum zu dessen Geburtstag einen ganz
besonderen Notizzettel BAD SÄCKINGEN (mig). Eine besondere
Geburtstagsüberraschung bereitete Annemarie Holub dem
Trompetenmuseum Bad Säckingen: Am Sonntag überreichte
sie Museumsdirektor Johannes Brenke ein Blatt mit einer
Signatur des berühmten Jazz-Trompeters Louis Armstrong.
Zusammen mit ihrem Ehemann führte Annemarie Holub in
Berlin einst ein renommiertes Geschäft für Herrenausstattung
mit 175 Bediensteten. Dort pflegten sich Prominente
aus Kultur und Politik bei ihren Deutschland-Besuchen
einzukleiden. In den 60er-Jahren ließ auch Louis Armstrong
dort einen Anzug anfertigen. Da er bei seinem Besuch
nichts zu schreiben dabei hatte, bat er die Kellnerin
eines benachbarten Hotels um ein Notizblatt, das er
dann signierte und Annemarie Holub schenkte. 1983 zog
das Ehepaar nach Bad Säckingen und mit ihm auch das
Blatt mit der Originalsignatur. Anlässlich des 20. Jubiläums
der Sammlung trennte sich Annemarie Holub von dem Erinnerungstück,
damit es nun, schön gerahmt, seinen dauerhaften Platz
im Museum finden wird. |
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Badische Zeitung von Montag, 31. Oktober 2005 |
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Ein Familientreffen zum Geburtstag Trompetenmuseum
feiert 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Trompeterschloss
/ Die ganze „Museumsfamilie“ fand sich ein
Von unserem Mitarbeiter Stefan Sahli
BAD SÄCKINGEN. 20 Jahre und große Pläne: Mit einem
Festakt im Trompeterschloss feierte Bad Säckingen am
Freitag den Geburtstag des Trompetenmuseums. Im Mittelpunkt
stand dabei die Leistung der „Gründerväter“ Günther
Nufer und Edward Tarr. Doch nicht nur der Blick zurück
prägte die Feier. Bürgermeister Martin Weissbrodt versprach,
dass das Museum weiterhin eine „tragende Säule“ im kulturellen
und touristischen Angebot der Stadt bleiben werde und
Museums-Chef Johannes Brenke kündigte an, es für eine
breitere Ö ffentlichkeit zu öffnen. Eine Geburtstagsfeier
fast auf den Tag: Am 27. Oktober 1985 wurde das Trompetermuseum
eröffnet und gut 20 Jahre später konnte Bürgermeister
Martin Weissbrodt „Mütter, Väter und Geburtshelfer“dieses
„einzigartigen Museums mit internationaler Bedeutung“
zu ihrem „Familientreffen“ im Saal des Schlosses begrüßen.
Mit Altbürgermeister Günther Nufer und dem langjährigen
Museumsdirektor Edward Tarr an der Spitze, denen Weissbrodt
bescheinigte, dass es „ohne deren besonderen Einsatz
das Museum nicht geben würde“. Nufer und Tarr blieb
es denn auch vorbehalten, die Geschichte des Museums
nachzuzeichnen – die mit einem „finanziellen Kraftakt“
begann. „Die Haushaltslage in Bad Säckingen war fast
immer schwierig“, meinte Nufer launig und so sei es
auch damals nicht einfach gewesen, jene 250000 Mark
aufzubringen, die der Ankauf der Trompetensammlung von
Ernst Buser, die den Grundstock der Sammlung bildete,
gekostet habe. Nicht weniger einfach, das Museum im
Trompeterschloss als einzig angemessene Ort für die
Sammlung unterzubringen, auf das als Beherbergungsstätte
auch Buser auch bestanden hatte. „Es war ein Hürdenrennen“,
aber: „Was einfach läuft, funktioniert meist nicht“.
Und „funktioniert“ habe es in den zwei Jahrzehnten,
das Museum sei nicht nur „Zentrum vieler bedeutender
Veranstaltungen“ geworden, die Sammlung sei ständig
ausgebaut worden: Ein Verdienst Edward Tarrs, dessen
Person mit der Geschichte der Sammlung „untrennbar verbunden“
sei. Tarrs Nachfolger Johannes Brenke wünschte Nufer
„viel Glück und einige Euros“ – letztere nicht zuletzt
von der Stadt. „In Zeiten knapper Kassen muss die Stadt
den Einsatz der Mittel gewichten aber auch verstehen,
dass sie Stätte der Kultur ist“, seine unmissverständliche
Aufforderung, nicht am falschen Ende zu sparen. Ein
Ball, den Martin Weissbrodt aufnahm: „Wir werden auch
in Zukunft die Finanzen bereitstellen können“, versprach
der Bürgermeister auch künftig auf „die Karte“ Museum
und Schloss zu setzen, sich dabei aber nicht „zu verzetteln“:
„Wir müssen uns konzentrieren.“ Wie auch Nufer, der
auch für die Vergangenheit das Engagement der Bürgerschaft
für das Museum lobte, setzt auch Weissbrodt dabei auf
Engagement von außen: „Das Tempo der Entwicklung hängt
von ihnen ab.“ Dass das Trompetenmuseum auch eine „international
renommierte Kulturinstitution“ bleibt, dafür will Brenke
sorgen, der das Museum durch den Einsatz neuer, visueller
Medien stärker öffnen will. Ein erster Schritt dazu
ist bereits getan: Unter http://www.trompetenmuseum.de
ist die Einrichtung nun auch mit einer eigenen Website
im Internet vertreten. |
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Südkurier vom 31. Oktober 2005 |
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Trompete als Symbol der Stadt
Gründerväter feiern im Schloss das 20-jährige Bestehen
des Museums Das Trompetenmuseum Bad Säckingen feiert
20-jähriges Jubiläum. Beim Festakt im Trompeterschloss
ließ en die Gründerväter die Geschichte von den Anfängen
nochmals aufleben. In Zukunft will das Museum verstärkt
die breite Öffentlichkeit locken.
VON FRANK LINKE
Bad Säckingen (fli) 20 Jahre Trompetenmuseum: Zeit
für einen Rück- und Ausblick. Während der Feierstunde
zum Jubiläum am Freitag im Trompeterschloss erinnerte
sich Altbürgermeister und Ehrenbürger Günther Nufer
- in gewohnt humoriger Art - noch gut an die Anfänge.
" Lieber gestalte ich die Zukunft oder überlege mir
wie die Gegenwart aussehen könnte." Letztere könne allerdings
nur derjenige verstehen, der die Vergangenheit kenne,
begann Nufer seinen Rückblick - untere anderem ganz
zurück in Zeiten, in denen die Trompete noch ein "kriegerisches
Instrument" war. Johann Viktor von Scheffel habe der
Trompete mit seiner Lovestory die Rüstung abgenommen.
Heute sei es Aufgabe, die Verbindung Trompete und Stadt
zu erhalten: "Etwas, was andere nicht haben." 1983 hat
die Stadt den Grundstock - die Sammlung von Ernst Buser
- für 250000 Mark gekauft, zu bezahlen in vier Raten,
erzählte Nufer von den Anfängen. Den Betrag habe der
Gemeinderat damals trotz schwieriger Haushaltslage genehmigt.
Hinzu kamen später 135000 Mark für die Einrichtung der
Räumlichkeiten im Schloss, wofür viel Sponsoren hätten
gewonnen werden können, zum Beispiel die Firma von Ehr.
Damit fielen dann im Schloss die Räume für die Kunstausstellungen
weg. Sie wurden in die Villa Berberich verlegt. Aus
diesem Grund wurden dort wiederum die Planungen für
ein Bäderwissenschaftliches Museum verworfen. Heute
könne die Stadt stolz darauf sein, wie sich das Museum
entwickelt habe. Für die Zukunft, hofft Nufer, dass
"Stadt weiter als Stätte der Kultur verstanden" werde.
Finanzielle Mittel, die in die Kultur investiert werden,
förderten die Entwicklung in die Zukunft und bringe
die Stadt zudem ins Bewusstsein einer großen Öffentlichkeit.
Edward H. Tarr, Mitgründer und ehemaliger Direktor des
Museums und untrennbar mit dessen Geschichte und Entwicklung
verbunden, stellte nach einem kurzen Rückblick gemeinsam
mit dem neuen Direktor Johannes Brenke die zum Jubiläum
erschienene Doppel-CD vor - eine exklusive Auswahl von
Trompetenstücken, umkopiert von alten Platten aus der
Sammlung von Ernst Buser (wir berichten noch). Die Doppel-CD
ist im Trompetenmuseum erhältlich. "Ohne ihren Einsatz
würde es das Trompete nmuseum nicht geben und wäre bei
weitem nicht zu einer so hochrangigen Einrichtung herangewachsen",
dankte Bürgermeister Martin Weissbrodt Nufer und Tarr.
Das Trompetenmuseum sei ein wichtiger Teil des kulturellen
Lebens in der Stadt. Und der Trompeter müsse im Rahmen
der Tourismusförderung zentrale Figur der Vermarktungsstrategie
werden. So soll auch das Trompetenmuseum - "zentrale
Säule in der kulturellen Entwicklung" - verstärkt dem
breiten Publikum nahe gebracht werden. Zum Einsatz kommen
sollen auch die neuen Medien: "Das Museum muss ein grandioses
Erlebnis werden für alle Besucher." Die Trompete müsse
sich auch Nicht-Fachleuten erschließen", ergänzte Brenke.
Audiovisuelle Medien seien in der Museumspädagogik nicht
mehr wegzudenken. Seinem Vorgänger bestätigte Brenke
hervorragende Arbeit. Tarr habe dem Museum sein unvergleichliches
Gesicht verliehen und für internationale Reputation
gesorgt. Mit großem Geschick habe Tarr eine Ausstellung
geformt, die ihresgleichen suche. Davon kann sich jetzt
jeder auch im Internet überzeugen. Die Homepage www.trompetenmuseum.de
stellte Brenke am Freitag vor.
Odyssee des Diebesguts Trompeten-Diebstahl Bad Säckingen
(fli) Edward H.Tarr erinnerte am Freitag nochmals an
den Diebstahl zweier Trompeten in den 90er-Jahren, die
bekanntlich mittlerweile wieder da sind. Bei einem Spaziergang
mit dem Hund wiedergefunden, hatte die Instrumente James
Lance aus dem Elsass. Lance war am Freitag im Trompeterschloss
zu Gast und nahm den Finderlohn von den Vertretern der
Badischen Versicherungen entgegen. Die Mutter des Diebes,
so Tarr, hatte, nachdem sie von den kriminellen Machenschaften
ihres Sohnes erfahren hatte, die Instrumente kurzerhand
in den Rhein-Rhone Kanal geworfen. Andere Kunstwerke,
wie Gemälde, hatte die erboste Mutter gar einfach zerschnitten
und in den Müll geworfen. Insgesamt hatte der Dieb -
ein Kellner aus dem Elsass - in sieben Jahren 237 Objekte
im Wert von 20 Millionen Euro gestohlen. Die skurrile
Geschichte kam auch im "Spiegel" und schaffte es laut
Tarr sogar bis auf die Seite eins der "New York Times". |
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Badische Zeitung vom Montag, 31. Oktober 2005 |
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Von erschütternder Ausdruckskraft
Galakonzert zum 20. Geburtstag des Trompetenmuseums
war eingebunden in Texte aus Scheffels „Trompeter von
Säckingen“
Von unserem Mitarbeiter Michael Gottstein
BAD SÄCKINGEN. Mit einem geschickt arrangierten und
ebenso ansprechenden wie anspruchsvollen Konzert feierte
die Stadtmusik Bad Säckingen unter Leitung von Musikdirektor
Johannes Brenke den 20. Geburtstag des Trompetenmuseums.
Ein Defilee verschiedener Solisten und Solistengruppen
stellte die Trompete als Solo- und als exponiertes Konzertinstrument
vor, und Hilde Butz sowie Thierry de Winter von der
Festspielgemeinde verlasen bekannte und weniger bekannte
Texte aus Scheffels „Der Trompeter von Säckingen“. Die
literarische Klammer um die stilistisch sehr unterschiedlichen
Musikbeiträge war die Beschreibung eines Konzertes,
das Scheffel in seinem Versepos in ironischer Brechung
gab: Während Hilde Butz die Texte des Erzählers verlas,
der den Anstrengungen der biedermeierlichen Kapelle
höflichen Respekt zollte, gab Thierry de Winter den
kritischen Kater Hiddigeigei, der von seinem im doppelten
Wortsinne erhabenen Standort aus das kleinstädtische
Treiben verächtlich kommentierte. Kaum war der Einzug
der Honoratioren verlesen, stimmte die Stadtmusik den
„Einzug der Gäste“ aus Wagners Oper „Tannhäuser“ an,
in dem die Blechbläser festliche Akzente setzten. Nachdem
der Erzähler von „schmelzendem Klang, der aus der Trompete
floss“ geschwärmt hatte, beeilte sich der Solist Manfred
Kellner diese dichterische Verheißung in Franz Grothes
„Mitternachtsblues“ einzulösen. Ein Höhepunkt war das
brillante Rondo aus Johann Nepomuk Hummels Trompetenkonzert,
einem Pflichtstück der Trompetengilde. Wie Pia Schanz,
die ehemalige „Trompeterin von Säckingen“ die Staccatosalven
und filigranen Verzierungen treffsicher fokussierte,
Härten im Ansatz vermied und das Konzert so gar nicht
nach blechbläserischer Schwerarbeit klingen ließ, war
schon eine imponierende Leistung. Gustav Holst verarbeitete
in seinen „Songs of the West“ altenglische und walisische
Folklore zu einer sinfonischen Großform. Die Stadtmusik
wartete mit einem dynamisch differenzierten Spiel auf
und konnte selbst in dem beinahe schon polyphonen Schlussteil,
in dem die verschiedenen Themen in den Registern immer
wieder aufblitzten, Transparenz wahren.
Eine immense Klangfülle zu evozieren und gleichzeitig
zu kultivieren, gelang dem Orchester und seinem Dirigenten
in den Ausschnitten aus Verdis Requiem. Von erschütternder
Ausdruckskraft war das Dauerfortissimo im „Dies irae“
(Tag des Zorns) mit seinen herabstürzenden Tonkaskaden,
nicht weniger expressiv die Trompetenstelle im „Tuba
mirum“, die in ihrer thematischen Simplizität den Eindruck
archaischer Erhabenheit hervorrief. Was für ein Kontrast
zu Victor Nesslers Oper „Der Trompeter von Säckingen“,
die die Stadtmusik in Form einer Opernfantasie Arthur
Nikischs vorstellte. Sie zielte nicht auf Erschütterung,
sondern auf Rührung des Zuhörers ab. Den stets gefälligen
Themen, ihrer handwerklich versierten Verarbeitung und
der Popularität des Librettos verdankte sie den Aufstieg
zu der im 19. Jahrhundert meistgespielten Oper in Deutschland.
Was für die Hörer so eingängig klang, stellte hinsichtlich
der Intonationssauberkeit besondere Anforderungen an
die Ausführenden, denen das Orchester auch meistens
gerecht wurde. In der Serenade, dem Notturno und dem
Abschiedslied führte Edward Tarr mit weichem Ansatz,
tadellosem Legatospiel und tragendem Piano vor, was
die Trompete auf dem Gebiet beseelter Sanglichkeit zu
leisten im Stande ist. Der gefürchtete, im Pianissimo
auszuführende Intervallsprung gelang ihm ohne Zäsur,
anschließend ließ er den hohen Ton noch kunstvoll an-
und wieder abschwellen. Aber auch dies konnte den grimmigen
Kater nicht versöhnlich stimmen. Doch die Stadtmusik
schnitt dessen Schimpftirade über die „Dilettanten“
kurzerhand ab, in dem sie Harry James’ „Trumpet Blues“
anstimmte und sich bei den leider nicht sehr zahlreichen
Zuhörern mit zwei Zugaben bedankte. |
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